WEIN

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 Wein und Rum

Der feinere Seemann trinkt Wein statt Rum

Zum Wein-en war nur der letzte Schluck im Persischen Golf. Abgeleitet von der Überschrift heißt der Wein, um den es geht nicht "Persisch Golf", sondern "Lambrusco" und gemeint ist die drei Liter Trinkampulle, die manchmal Wein genannt wird, in leuchtend grüner Farbe. Farbähnlich aussehend wie eine noch nicht vertrocknete Rosine, sonder noch als Weintraube. Unsere Reise ging von Rotterdam nach Kuwait, um dort roundabout 340000 Tonnen Rohöl für Marseille zu übernehmen. Erfahrene Fahrensleute wissen, das man für solch eine Reise sich einen gewissen Vorrat Wein an persönlichem Bunker (alkoholischen Vorrat für die Ewigkeit) sichern sollte, denn das ist die letzte Möglichkeit. Denn solch eine Rundreise dauert auch heute noch locker 3 bis 5 Monate, schließlich sind Supertanker sind keine Schnellläufer (Bananenjäger oder Schnellboote), sondern träge Langsamläufer. Stunden vor dem Auslaufen aus Rotterdam kam Siggi, unser trinkender und manchmal singender Seebär, voll bepackt an Bord. "Dieser Vorrat sollte reichen", meinte Siggi optimistisch, als er den ganzen Wein in seiner Kabine verstaut hatte. Das Schiff lief aus und wir waren bald einsam alleine auf See. Tage vergingen und wir wunderte uns immer wieder, denn je näher wir dem Suez kamen, war Siggi immer öfters am Store und holte sich seinen Vorrat an Bier vom Storekeeper. Als ich mit Siggi auf der Reede vorm Suez vorne auf der Back alleine auf die anderen warteten um die Anker zu lichten, fragte ich Siggi, ob sein Vorrat an Wein von Rotterdam schon verbraucht sei. "Ist echt Mist, habe mich wohl verschätzt", antwortete er lakonisch. Nach unserem Ankermanöver ging es durch den Suez weiter in Richtung PG (Persischen Golf). In Kuwait angekommen, war unser Getränkevorrat an alkoholischen und auch am Wein so dezimiert, das der Alte nur noch einmal pro Woche "Holstentee" oder das gute "Decksbier" für die gute Deckcrew herausrücken wollte. Das brachte Siggi in Alarmstimmung, denn er brauchte wohl mehr, als man sich dachte. In Kuwait angekommen, hießt es erst einmal auf Reede Platz war noch nicht frei. Es wurde knapp vierzehn Reedezeit und unser Alkoholvorrat ging zu neige. Unser Feierabend Bierchen wurde immer brav geteilt, zumindest war es bei der Deckscrew so. Siggi hingegen jagte mittlerweile jeden Abend durch die Gänge um irgend etwas trinkbares (Alkohol) zu ergattern. Der Alte reichte gar nichts mehr heraus, außer Brause, denn der Store war leer. Nicht mal Wein war noch da. Ein menge Bier ging damals vorm Suez, sozusagen als zügiges Zahlungsmittel (illegale Schmierung für schnelleres Durchfahren des Suez) drauf, und damit ließen sich die Arabs ordentlich schmieren. Nun kam aber bei uns langsam äkschen ins Spiel, denn jeder suchte in seinen Kabine nach alkoholischem, welches vielleicht noch zwischen der Wäsche liegen könnte oder irgendwie anders übersehen wurde. Eines Nachmittages waren wir bei gemütlichem beisammen sein und plötzlich wurde am Pool laut, kam doch Siggi mit einer Flasche Vinotinto (Wein) voller stolz zu uns. "Man Siggi, du bis unsere Rettung, nun können wir ja doch noch etwas Party feiern, wir haben auch noch ein paar Fläschchen Decksbier, lass uns zusammen schmeißen", sagten wir zu ihm freudig. Und schon ging es los, alles wurde geteilt und getrunken, zum Schluss war nur noch Siggi seinen Buddel übrig. Doch Siggi machte uns einen Strich durch die Rechnung, er wollte nicht teilen. Nun stürzten sich drei Mann auf Siggi, um ihm die Flaschen mit dem Wein abzunehmen. Das Gerangel um die Buddel wurde immer heftiger, Siggi hielt kräftig seine Buddel fest. Plötzlich ließen die Männer von Siggi ab. "Du hast bei uns für den Rest der Reise verschissen", sagten die drei und gingen unter Deck. Ich wollte denen auch folgen und drehte mich leicht um ,sah aber aus dem Augenwinkel, das Siggi plötzlich stolperte und dabei seine geliebte Flasche Wein auf einen Poller krachte und zersplitterte."Das darf doch nicht wahr sein, solch eine Sch...., meine Weinflasche", schrie entsetzt Siggi auf. "Doch, das hast du verdient du Kameradenschwein, erst hast du von  uns mitgetrunken und dann nichts abgeben", sagte ich zu Siggi. Siggi kam dann kleinlaut später zu uns in die Messe und hat sich brav entschuldig, doch wurde es für ihn eine lange Reise, die hart mit Ignoranz bestraft wurde. Aber nach einer Woche legte sich die Stimmung wieder. Seeleute sind manchmal hart, aber gerecht.
 

 

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